Ebenso häufig verwendet und komplex wie der Begriff Nachhaltigkeit ist der, der Klimaneutralität. Globale Ereignisse wie extreme Hitzewellen auf der einen, und schwere Regenfällen auf der anderen Seite, resultieren aus dem vom Menschen gemachten Klimawandel. Dieser lässt Treibhausgasemissionen in die Höhe schnellen. So rückt das Streben nach Klimaneutralität seit Jahren zunehmend in den Fokus. Das Pariser Klimaabkommen von 2015 stuft Klimaneutralität bis Mitte des 21. Jahrhunderts als notwendig ein, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Doch was genau bedeutet Klimaneutralität eigentlich? Es ist ein in der Tat komplexer Begriff mit diversen Interpretationen welcher häufig auch für unterschiedlichste Bedeutungen verwendet wird. Im Bezug auf den Tourismus kommt auch dann oftmals die Frage auf, ob klimaneutrales Reisen überhaupt funktioniert. Der folgende Post gibt Dir einen Einblick in das komplexe Thema der Klimaneutralität und wie der Tourismus einen immer wichtigeren Beitrag dazu trägt.

Was bedeutet klimaneutral?

Klimaneutralität beschreibt das Gleichgewicht zwischen ausgestoßenen Emissionen und der Bindung von Treibhausgasen. Um diese Neutralität zu erreichen, müssen Treibhausgasemissionen auf ein Minimum reduziert, und restliche Emissionen adäquat kompensiert werden. Böden, Wälder und Ozeane sind die wichtigsten natürlichen Emissionsspeicher. Durch Brände, Abholzung und die Übersäuerung des Meeres, sind diese natürlichen Systeme jedoch in Gefahr. Kompensationen sollen helfen die ausgestoßenen Emissionen auszugleichen, indem Klimaschutzprojekte an oftmals anderer Stelle unterstützt werden. Um die Klimaziele zu erreichen, ist Kompensation neben der viel wichtigeren Reduktion eine unerlässliche Maßnahme. Für das Klima spielt es nämlich keine Rolle wo Emissionen in die Atmosphäre gelangen und wo sie kompensiert werden – Reduzieren sollte die Devise sein.

Klimaneutralität im Tourismus

Derzeitige Statistiken belegen, dass 8% der Emissionen durch den Tourismus entstehen. Um die beliebten Destinationen und Urlaubsressourcen nicht noch weiter zu zerstören, muss auch der Tourismus aktiv gegensteuern. Weniger fliegen scheint eine der offensichtlichsten Tätigkeiten zu sein, wie Du als Reisender zur Emissionsreduktion beitragen kannst. Doch es geht noch viel mehr. Auch Hotels setzen sich immer mehr mit dem Thema auseinander. Regionale Produkte sowie energieeffiziente Stromnutzung sind nur zwei von vielen Beispielen. Um hier richtig handeln zu können, ist es vorerst wichtig, den CO2 Fußabdruck eines Hotels zu berechnen und darzustellen. Die Rechnung kann dann genutzt werden, um Emissionen vor Ort zu reduzieren, in nachhaltige Technologien zu investieren und beispielsweise auf andere Lieferanten umzusteigen.

Emissionsberechnungen sollten bestenfalls für das konkrete Reduzieren verwendet werden. Hotels können hierfür beispielsweise beim Bau gezielt darauf achten umweltfreundliche Materialien wie Lehm anstatt Beton zu verwenden. Renovieren, anstatt neu zu bauen, trägt ebenfalls einen großen Beitrag dazu bei, näher an die Klimaneutralität heranzukommen. Zusätzlich werden durch den Kauf von saisonalen Produkten aus der Umgebung große Mengen von CO2-Ausstoß vermieden.

Da es jedoch kaum komplett ohne Emissionen geht, haben Hotels und Reiseunternehmen die Möglichkeit, an zertifizierten Projekten teilzunehmen und diese zu unterstützen, um den Ausstoß zu kompensieren. Für die Gäste fallen dafür meist nur geringe Extrakosten an. Diese bekommen somit die Möglichkeit in den Prozess etabliert zu werden, wobei es wichtig ist, transparent darzustellen inwiefern der Aufenthalt klimaneutral ist. Hier kann jeder noch so kleine Schritt Großes bewirken. Hilfreich sind auch die folgenden Tipps für klimaneutrales Reisen.

5 Tipps zum klimaneutralen Reisen

  1. Gestalte Deine Reise mit Transportmitteln wie Bus oder Bahn

    Dies hilft nicht nur dabei das Land besser kennenzulernen, sondern ist auch umweltfreundlicher als das Flugzeug. Mittlerweile sind viele deutsche und europäische Destinationen gut mit dem Zug oder Bus zu erreichen, auch wenn es dabei mal ein bisschen länger dauert.

  2. Erkunde das Umland mit dem Fahrrad oder zu Fuß

    Wie heißt es so schön? Jeder Schritt hält fit. Außerdem entdeckt man beim Erkunden zu Fuß oder mit dem Rad oftmals völlig unerwartete Orte. Sei es das kleine Café am Ende der Gasse oder die Rehe auf dem Feld in der Ferne des Horizonts. Mit dem Auto würde man diese Entdeckungen sicherlich nicht erleben. Also ab aufs Fahrrad und losgeradelt!

  3. Buche nachhaltige Hotels

    Dadurch, dass der Fokus von nachhaltigen Hotels bereits auf umweltfreundlichem Wirtschaften liegt, unterstützt auch Du dies durch aktives Buchen von nachhaltigen Hotels.
    Oft werden außerdem Projekte für den Klimaschutz unterstützt und sich aktiv für soziales Engagement eingesetzt. Von ressourcenschonendem Bauen, über nachhaltigen Strombezug bis hin zur kulinarischen Eigenversorgung, trägt jeder Aspekt aktiv dazu bei, näher an die Klimaneutralität heranzukommen.

  4. Besuche regionale Märkte

    Nicht nur schmecken regionale Produkte um einiges besser als importierte, sie tragen außerdem ebenfalls zur Emissionsreduktion bei. Die kurzen Transportwege verhindern das Ausstoßen großer Mengen klimaschädlicher Emissionen. Darüber hinaus trägt die Regionalität zur Unterstützung von lokalen Bauern bei.

  5. Konsumiere regionale Produkte

    Lass Dich von lokaler Kulinarik inspirieren und gib dem Reiseerlebnis ein ganz neues Gefühl. So kannst Du die Kultur besser kennenzulernen. Ob Fischgerichte in Küstennähe und Wildgerichte in Waldregionen, sie verhindern lange Importwege und helfen dabei, die Emissionen zu reduzieren.

Entdecke Hotels, die aktiv zur Klimaneutralität beitragen

Eremito Hotelito del Alma

Select Green Hotels Eremito Tuscany

Das Boutique-Hotel, das sich in der traditionellen Mauerhandwerk des 13. Jahrhunderts befindet, basiert auf einer Neuinterpretation von Luxus. Die Bauweise aus handgefertigten Steinen konzentriert sich daher auch auf die Wiederverwendung von Materialien und nicht auf den Neubau. Darüber hinaus decken Photovoltaik- und Solarpaneele den Strom- und Warmwasserbedarf von derzeit 70 % des Hotels. Außerdem werden LED-Glühbirnen verwendet und das Licht wird nachts durch Kerzen erzeugt. Der Wasserverbrauch wird ebenfalls gezielt gesteuert: es gibt einen Brunnen, der das Hotel mit Wasser für den Pool versorgt, der nur mit Salz gefiltert wird. Regenwasser wird gesammelt und für die Bewässerung verwendet.

Hotel Post Bezau by Susanne Kaufmann

Select Green Hotels Post Bezau by Susanne Kaufmann

Umgeben vom Bregenzerwald befindet sich das idyllische Hotel Post Bezau by Susanne Kaufmann. Das Hotel ist Mitglied des Climate Neutrality Alliance: Der Energieverbrauch wird durch Bewegungsmelder, LED-Lampen und ein energieeffizientes Gebäude minimiert. Darüber hinaus wird der Wasserverbrauch bewusst verfolgt und im gesamten Hotel sind wassersparende Geräte installiert. Neben der Verwendung von natürlichen Materialien wie Holz und Leder sind die Zimmer mit Bregenzer Leine ausgestattet. Außerdem bezieht das Hotel konsequent alle Materialien aus der Umgebung und auch die Lebensmittel stammen zu 100 % aus der Region.

Hotel Jakarta Amsterdam

Hotel Jakarta Amsterdam

Inmitten der niederländischen Metropole Amsterdam, befindet sich diese nachhaltige Oase. Von Balken, über Decken, Rahmen und Säulen, sind jegliche Materialien aus natürlichem Holz gefertigt und können fast alle wiederverwendet und recycelt werden. Das gesamte Hotelgebäude ist auf Energieneutralität ausgelegt. Sonnenkollektoren auf dem Dach versorgen das Hotel mit Energie und Bewegungsmelder und LED-Leuchten reduzieren den Energieverbrauch. Der subtropische Garten sorgt des weiteren für ein gutes Klima und durch Luftschlitze wird das Gebäude automatisch abgekühlt. Darüberhinaus wird Regenwasser gesammelt und für die Bewässerung des subtropischen Gartens verwendet. Außerdem werden regelmäßige Clean-up Aktionen zusammen mit den Mitarbeitern durchgeführt.